Die Romani-Retter

Steiermark Politik | Roman Urbaner | aus FALTER 20/06 vom 17.05.2006

VOLKSGRUPPEN Ohne eine Gruppe Grazer Linguisten wäre die Sprache der österreichischen Roma vermutlich ausgestorben. Jetzt laufen die Arbeiten für eine ganze Romani-Bibliothek an.

Nach Auschwitz lag ihre Kultur in Trümmern. Von den 8000 Burgenland-Roma kehrten nur einige Hundert Überlebende in ihre Dörfer zurück, und das Wenige, was von ihrer Kultur die NS-Vernichtung überdauert hatte, hat der Assimilationsdruck der Nachkriegszeit zerstört. Vor allem ihre Sprache, die die Roma und Sinti auf ihrer Wanderung vom indischen Subkontinent mitgebracht haben und die sich - je nach Sprachumgebung - in einer Vielzahl von Varianten erhalten hat, schwand mehr und mehr aus dem Alltag der Familien.

Erst seit wenigen Jahren versuchen die österreichischen Roma zu retten, was noch zu retten ist. Mit der Kodifizierung des indoarischen Romani (oder Romanes), das sich die jüngste Generation oft erst wieder mühsam aneignen muss, versucht ein Grazer Linguistenteam unter der Leitung von Dieter Halwachs


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