Die armen Schüler

Gregor Schenker | Steiermark Kultur | aus FALTER 20/06 vom 17.05.2006

THEATER Außer Schülern wird Regisseur Martin Oelbermann mit seiner Inszenierung von Kleists "Amphitryon" niemanden ins Schauspielhaus locken.

Die Bühne als Bar. Hängende Sofas und Seifenblasen vor einem enormen Tüllvorhang (Bühne: Sabine Kohlstedt). Wunderbar. Reinkuscheln in die Plüschsessel. Mit dem Nachbarn plauschen. Ein Bierchen wäre noch nett. Doch dann beginnt leider das Stück und stört die Atmosphäre. "Amphitryon", eine Oper? Gibt es, von Marie François Maurice Emmanuel. Aber heute steht doch Kleist am Programm. An Johannes Lang als Amphitryons Diener Sosias scheint diese Information vorübergegangen zu sein. Als Tenor des Abends jodelt er durch den Text wie ein Leierkasten, der zu lang im feuchten Keller gestanden hat. Mit Martin Kornack kommt es dann noch dicker. Er spielt einen Opernsänger, der einen Schauspieler spielt, der Jupiter spielt. Da der Göttervater sich im Stück ja als Amphitryon ausgibt, um dessen Gattin Alkmene zu verführen, wird es für Kornack wirklich

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