VOM GRILL

Am Jäcki umgefallen

Steiermark Stadtleben | Mathias Grilj | aus FALTER 20/06 vom 17.05.2006

Cus D'Amato mied U-Bahnen, aus Angst, jemand könnte ihn auf die Gleise stoßen. Er verriet keinem seine Privatadresse und heiratete nie. Er stieg auch in kein Flugzeug. Er sagte: "Ich verlange vom Leben nicht viel. Je mehr Freude man hat, umso mehr fürchtet man sich vor dem Sterben." Cus D'Amato war offenbar kein glücklicher Mensch, sonst aber wahrlich kein Hosenscheißer, er wirkte schließlich im Gewerbe, wo man einander ständig auf die Nase haut.

Er war Trainer von Floyd Patterson. Patterson, mein Gott, kennt den wirklich niemand mehr? Leser, lernen Sie Geschichte! Patterson, ein Kind der Slums, schlug 63 Kämpfe und gewann 55, davon vierzig durch k.o. Dieser Weltmeister im Schwergewicht hielt sich selbst für einen Feigling.

Er verlor gegen Sony Liston, den ich auch nicht zum Freund haben möchte, und gleich zweimal gegen Muhammad Ali, den ich gern zum Freund haben möchte. Jetzt wäre ich eher sein Pfleger, auch o.k. Gegen Muhammad Ali zu verlieren geht in Ordnung, aber gegen Liston? Patterson meinte: Nein.

Diese Glosse, das ist Ihnen gewiss aufgefallen, handelt im Kern davon, dass neulich nachts am Jakominiplatz ein Fahrrad umgefallen ist. Ohne Zusammenhang. Einfach so, aus keinem besonderen Grund. So wie ein MilosÇevic´. Es liegt nicht mehr herum, ich habe es en passant wieder aufgestellt. So ein Fahrrad kann ja nichts dafür.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige