STEIRERBRAUCH

Steiermark Stadtleben | aus FALTER 21/06 vom 24.05.2006

KREISVERKEHR II Einmal haben s' es am Hügel zu wild ghabt. Pfingsten, kann sein. Sturm war, das ganze Dorf im Staubgras in der Mitten vom Kreisverkehr. Und der Goldfinger hat bebt, dass nicht mehr normal war. Ein Summen und Sausen, ein Wolkenwallen, ein Zitterzucken, ein Wonneweinen, ein Schauerschreien! Und plötzlich - hast nicht so schnell schauen können - waren s' alle nackert vor dem Herren. Hundert! Die Autos stehen blieben, ausgstiegen, Wäsche weg und gleich dazu. Zweihundert! Stau Ende nie. Drei! Ein Dorf wie ein Körper! Ein Wimmern und Wurln, ein Zauderzüngeln, ein Scharfschwitzen, ein Klammklatschen, ein Knochenkrachen. Hast noch nicht gesehen. Hast noch nicht gehört. Und dann, auf einmal, ist der Himmel aufbrochen. Ausgronnen wie am letzten Tag. Dicke, dunkle Tropfen. Wie Öl. Wie Blut. Wie echte Traurigkeit. T. W.


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