Kommentar

Secession: Schluss mit Bussi, Bussi


Matthias Dusini
Kultur | aus FALTER 21/06 vom 24.05.2006

Niemand vermag über Künstler so kompetent zu urteilen wie Künstler selbst. Außer sie befinden sich in einem direkten Konkurrenzverhältnis zueinander. In diesem Fall nämlich droht der Rückfall in die Barbarei. Um einen solchen zu verhindern, entstand im 19. Jahrhundert das Handwerk der Kunstkritik.

Einer jener raren Orte, an denen Künstler zusammenkommen, um über andere zu urteilen, ist das Sitzungszimmer der Künstlervereinigung Wiener Secession. Einige Male jährlich beratschlagt ein Dutzend Künstler, wer in diesem berühmten Ausstellungshaus sein Werk vorstellen darf; sie bilden den Vorstand des 280 Mitglieder zählenden Vereins. Wer hier ausstellt, gilt was in der Kunstwelt. Und daher haben alle ein Interesse daran, zu erfahren, wie die Entscheidungen zustande kommen und über andere geurteilt wird. Und wenn sie durch Buschtrommeln zu hören bekommen: "Pfui, der nicht!", "oder: "Diesen Epigonen braucht keiner!", dann färbt sich manche Künstlerwange rot vor Zorn. Und manche

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