SPIELPLAN

Kultur | Wolfgang Kralicek, Peter Fuchs | aus FALTER 21/06 vom 24.05.2006

Das Volkstheater lässt es am Ende einer schwierigen Saison doch noch einmal krachen. Der junge deutsch-türkische Regisseur Nuran David Calis inszeniert Schillers Sturm-und-Drang-Klassiker "Die Räuber" als HipHop-Drama. Auf die Bühne werden schnell geschnittene Videos und krasse Textzeilen ("Big dicks in your ass!") projiziert; für die Räuberbande wurden echte HipHopper aus Wien gecastet, es gibt fetzige Breakdancenummern und einen witzigen Rapper. So weit, so erfrischend. Aber wie meistens, wenn das Theater die Subkultur entdeckt, macht diese einen recht zahmen und etwas verlorenen Eindruck. Und: Zum Rest des Stücks ist dem Regisseur nicht viel eingefallen. Die Inszenierung ist imposant anzusehen, wirkt aber epigonal und oberflächlich; Calis hat zwar Ideen zum Stück, aber keine Idee für das Stück. Und wenn es nicht um Effekte, sondern um Dialogregie geht, wirkt er überfordert: Die beiden jungen Hauptdarsteller Karsten Dahlem (Karl Moor) und Michael Klammer (Franz Moor) sind


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