"VIS" wie Visitenkarte

Joachim Schätz | Kultur | aus FALTER 21/06 vom 24.05.2006

FILM Das Festival Vienna Independent Shorts (VIS) kümmert sich um das unterschätzte Genre Kurzfilm - auch abseits glatter Werbespotästhetik.

Langwierig, lange Leitung, Langobardenkriege; aber: kurzweilig, Kurzurlaub, kurz und gut." Mit so sympathischen Argumenten wirbt derzeit Wiens internationales Kurzfilmfestival Vienna Independent Shorts (kurz VIS) für den Reiz der kleinen Form im Kino und gegen die erdrückende Dominanz des Langfilms. Derart verquere Überzeugungsmanöver mögen ironisch gemeint sein, verweisen aber dennoch auf den prekären Status der Kunstform Kurzfilm, die (sieht man von "industriellen" Formaten wie Werbespots oder Nachrichtenbeiträgen ab) nicht nur hierzulande ein Orchideendasein in geschützten Programmkinonischen, Festivalbiotopen und Kultursenderghettos fristet.

Dem gezielten Sichtbarmachen unabhängiger Kurzfilme in der österreichischen Medienlandschaft widmet sich der Wiener Verein Independent Cinema, der nun schon zum dritten Mal das VIS-Festival ausrichtet

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