STADTRAND

Reklameschimpfen

Stadtleben | aus FALTER 21/06 vom 24.05.2006

Da geben die Konzerne ein Vermögen dafür aus, dass alle die Konzerne und die Produkte, die sie anbieten, superklasse finden. Imagewerbung kostet nämlich. Und bis die Leute endlich wissen, wo der Geiz geil ist und wie man aus dem Tarifdschungel herauskommt, kann es dauern. Deswegen lassen Konzerne auch gerne mal ihre Lkw und Lieferwagen mit den entsprechenden Logos und Slogans bepinseln - damit was hängen bleibt. Blöd nur, dass in diesen Lkw und Lieferwagen halt auch nur Menschen drinsitzen. Und zwar solche, die in Sachen Kundenkontakt nicht so geübt und geschult sind wie die Kollegen von der Service-Hotline. Wenn dann aus so einem Reklameauto ein schlechtgelaunter Mensch "du Oasch" rausschimpft oder "scheiß Radfahrer" brüllt, weil man zum Beispiel die Rechts-vor-links-Regel in Anspruch nimmt, dann überlegt man schon kurz, ob man beim betreffenden Unternehmen weiterhin Dienste in Anspruch nimmt, Kuchen kauft oder anderes Konsumgut. Nicht falsch verstehen, wir wollen den Bierkutschern nicht das Fluchen verbieten. Aber könnte man nicht einfach die Stadt etwas entwerben? C. W.


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