Der negative Utopist

Steiermark Kultur | aus FALTER 22/06 vom 31.05.2006

LITERATUR Mit dem Roman "Die Tausendjährige Nacht" hat der 28-jährige Grazer Autor Georg Petz einen literarischen Kraftakt vorgelegt. Dem Falter erklärt er, warum das Buch Stachel wider den geistigen Kommerz sein will.

Georg Petz geht es in seinem Schreiben um viel: um eine Beschreibung von Zivilisation, von Gesellschaft und wie diese im historischen Prozess zu ihrer heutigen Form gelangte. Es geht ihm auch um die Bloßlegung der Macht und ihrer permanenten Versuche, die Deutungshoheit aufrechtzuerhalten. Und es geht ihm um die Rolle der Literatur als immer wiederkehrendes Anhängsel der Macht. In gewisser Weise wandelt Petz mit seinem Roman "Die Tausendjährige Nacht" auf den Pfaden von Heimito von Doderers Konzept des totalen Romans, eben umgelegt auf eine umfassende Genealogie der Zivilisation, dargestellt im Genre der Utopie, wenngleich rückwärtsgewandt und negativ (siehe Kasten).

Im Gespräch zeigt sich Petz als ruhiger junger Mann. Sein braunes Haar hat er am Nacken zusammengebunden.


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