Wer zu wem wann was ...

Steiermark Kultur | Gregor Schenker | aus FALTER 22/06 vom 31.05.2006

LITERATUR Die französische Ausgabe der "Manuskripte" ist fertig. Die tolle Ausgabe hätte mehr entspannte Aufmerksamkeit verdient.

Café Pastis, Leonhardstraße. Ein passendes Etablissement für die Pressekonferenz für das Projekt "Manuskripte in Paris", eines von 24 Projekten des mit 300.000 Euro dotierten Hanns-Koren-Bedenkjahres. Warten bei Melange und Marmeladeschnecken. Der Regionaldelegierte der Autorenversammlung, Martin G. Wanko, ist gekommen. Die Witwe Wolfgang Bauers, Heidelinde, ist gekommen, Johannes Koren ist gekommen. Doch die großen Tageszeitungen kommen nicht. Das ist ärgerlich für Heimo Steps, den Organisator der Pariser Präsentation der renommierten Literaturzeitschrift und ihrer Autoren. Ärgerlich war allerdings auch, wie das Projekt bisher durch den persönlichen Hickhack zwischen Steps und dem Manuskripte-Herausgeber Alfred Kolleritsch beschädigt wurde. Ärgerlich ist es auch, dass man bei der Pressekonferenz herzlich wenig über die Autoren erfährt, die beinahe alle ihre Mitreise abgesagt haben (siehe Falter 21/06), sondern vor allem eine Schilderung des bisherigen "Tathergangs". Wer zu wem wann was gesagt hat, in allen obsoleten Details, sodass man den Eindruck gewinnt, da sitzt jemand in der Sandkiste neben seiner Burg und haut mit der Schaufel auf die Nachbarburg ein.

Positive Nachrichten: 14 heimische Autoren sind unter der Leitung des erfahrenen Übersetzers Heinz Schwarzinger ins Französische übertragen worden und werden an zwei Tagen im Pariser Théâtre du Rond-Point präsentiert. 800 Stück Manuskripte - revue de litterature inklusive nachgelassener Zeichnungen von Wolfgang Bauer werden frankreichweit vertrieben. Gerhild Steinbuchs Stück "Nach dem glücklichen Tag" wird übersetzt und in Frankreich aufgeführt. Eigentlich eine tolle Sache.


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