Podgorice - Belgrad 1:0

Vorwort | Wolfgang Petritsch | aus FALTER 22/06 vom 31.05.2006

KOMMENTAR Montenegros Unabhängigkeit besiegelt den Zerfall Jugoslawiens, steht aber auch für einen Neuanfang.

Eine Mehrheit ist eine Mehrheit ist eine Mehrheit. Und wer 55 Prozent braucht und 55,4 bekommt, der kann eben Fahnen schwenken und einer neuen Freiheit huldigen. "To je to", sagt man in Montenegro - übrigens auch in Kroatien, Bosnien und Herzegowina und Serbien: "Das war's." Und irgendwie ist diese Selbstverständlichkeit etwas Besonderes. Keine militanten Manifestationen, keine Brandreden über Verräter und Abtrünnige, keine Beschwörungen der nationalen Einheit. Es ist, als habe FK Buducnost ("Zukunft") Podgorica in der Champions League über Partizan Belgrad triumphiert. Eine Nacht wird lärmend gefeiert. Am nächsten Morgen rollen die Limousinen wieder durch die Stadt mit der höchsten Mercedes-Dichte Europas, und wie gewohnt wechseln auf dem Schwarzmarkt Zigaretten und Euros den Besitzer.

An dem Volksentscheid für die Unabhängigkeit Montenegros vom 21. Mai ist eine Tatsache


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