Totes Recht

Politik | Gerald John | aus FALTER 22/06 vom 31.05.2006

STERBEN Eine Mutter wollte die Urne mit der Asche der verstorbenen Tochter mit nach Hause nehmen - und scheiterte an Paragraphen und Einsprüchen. Wie viele Regeln braucht das Leben nach dem Tod?

Nina hat viel zu spät angerufen, an jenem Nachmittag. Als die Mutter bei der Tür hereinstürzt, ringt die Asthmakranke bereits nach Luft, ein paar Augenblicke später klappt sie zusammen. Im Rettungswagen versucht der Notarzt verzweifelt, die Zwanzigjährige zu reanimieren. Vergeblich. Nina stirbt im Spital.

Am 4. November wird Nina am Zentralfriedhof eingeäschert, doch die Mutter will nicht loslassen: "Sie war immer bei uns, warum soll ich mich von ihr trennen?" Friedhöfe kann Marion Rührer-Lettner nicht leiden, seit sie als Teenager an den frischen Gräbern ihres Vaters und ihrer Großmutter stehen musste. Nein, an so einem Ort soll ihre Tochter nicht landen, sagt sie: "Ich möchte ihr dort einen Platz geben, wo sie gelebt hat."

Marion Rührer-Lettner will Nina keinen Altar in der Wohnung bauen

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