FERNSEHEN

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 22/06 vom 31.05.2006

Das Fernsehen holt oft das Schlechteste aus uns raus, dachte ich, als ich Andi Knoll beim Moderieren der "Amadeus"-Gala beobachtete. Sobald die Kameras angehen, mutiert dieser grundsympathische Mensch, dem man sogar die Arbeit bei Ö 3 verzeiht, zu einem peinlichen Quatschkopf, quasi die Jekyll-und-Hyde-Sache: Kein Schmäh ist ihm dann zu seicht, keine Einlage zu blöd. Diesmal posierte er gar nackt mit Manuel-Ortega-CD vor dem Penis, als Referenz auf den Ösi-Popper, der für eine Illu nackt über die Kärntner Straße flitzte - wie daneben ist das denn? Und dazu auch noch die Socken anlassen, wo doch ein nackter Mann mit Fußbedeckung das Letzte ist. Doch Knoll lavierte sich weiter mit gnadenloser Fröhlichkeit durch den Abend, bei den anschließenden Promi-Interviews packte er seine letzten Witz-Holzhämmer aus und brachte sogar den souveränen Willi Resetarits dazu, fassungslos dreinzuschauen. Dabei an seiner Seite eine entsprechend penetrante Moderations-Partnerin, Popmaus Tamee Harrison. Gegen diese beiden hat ja sogar das gefürchtete Fernsehduo Weichselbraun-Haider so was wie Würde.


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