Kommentar

Der Fußball und die Kunst

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 22/06 vom 31.05.2006

Haben Sie schon gehört? Demnächst findet ganz in der Nähe ein bedeutendes Turnier statt, bei dem die 32 weltbesten Mannschaften einer populären Ballsportart gegeneinander antreten. Sollten Sie immer noch nicht wissen, wovon die Rede ist, werden Sie mit dem Kulturteil dieser Falter-Ausgabe vermutlich keine Freude haben: Anlässlich der bevorstehenden WM in Deutschland regiert auf den nächsten acht Seiten König Fußball.

Was, bitte, hat Fußball im Feuilleton verloren? Eine durchaus berechtigte Frage, die von Marlene Streeruwitz und Florian Scheuba in einem umseitig abgedruckten Gespräch kontroversiell erörtert wird. Verkürzte Zusammenfassung: Für die Schriftstellerin ist Fußball Kunst, für den Kabarettisten nicht. Beide Positionen lassen sich argumentieren, es handelt sich letztlich um eine Definitionsfrage. Vollkommen außer Zweifel hingegen steht, dass gerade auch Künstler und Intellektuelle große Affinität zum Fußball haben. Als Peter Handke in den Sechzigerjahren Mannschaftsaufstellungen


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