Original für die Gegenwart

Kultur | Lothar Knessl | aus FALTER 22/06 vom 31.05.2006

OTTO M. ZYKAN (1935-2006) Er war Komponist, Textautor und Performer. Vergangenen Donnerstag ist der Einzelgänger gestorben.

Werke ungedruckt, verworfen, verblasst, verloren. Sein Schaffen habe keinen Ewigkeitswert, behauptete um 1980 Otto M(atthäus) Zykan. Einst nannte er sich ironisch Otto J. M., Junger Meister. Kein forschungsschwerer Blick in die Zukunft! Nur für die Gegenwart zu schreiben, sei er gewillt.

Diesem Wollen unterwarf er sich akribisch, eckte unterhaltsam an, räsonierte theatralisch, demonstrierte Verweigerung gegenüber dem eingeleierten Musikbetrieb, pochte auf Subjektivität. Ein Original, pflegt man zu sagen, Einzelgänger in verschiedenen Gassen der Kunst, als Wortvirtuose nie in verbalen Gossen. Ernstes schliff er ab, Unernstem feilte er Kanten. Immer nur sein Profil, ich und ich, bunter Januskopf.

Original fürwahr. Und ein perfekter Pianist. 1958, da war Otto M. 23, gewann er den ersten Preis des schwierigen internationalen Darmstädter Klavierwettbewerbs für Neue


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