Sturm aus dem Abseits

Kultur | Maya Mckechneay | aus FALTER 22/06 vom 31.05.2006

FILM Jafar Panahis kluge Komödie "Offside" handelt weniger von Fußball als von Unterdrückung und Subversion.

Jafar Panahis Filme tragen den Alltag immer zuerst als Geräusch ins Kino. Während auf schwarzer Leinwand die Vorspanntitel laufen, hört man bereits Stimmen, Verkehrsgedröhn, gleitet langsam in die Situation und ist dann plötzlich mittendrin. Das Geschehen ist immer schon da, noch vor den Bildern, und auch nach ihnen.

Auch die 2005 anlässlich des WM-Ausscheidungsspiels Iran gegen Bahrain in kürzester Zeit auf Video gedrehte Komödie "Offside" führt uns auf diese Weise hinüber, vom Alltagsgeräusch des Teheraner Verkehrs zu dokumentarischen Aufnahmen von jubelnden Fans, die in Autos und Bussen Richtung Stadion strömen. Die Spielfilmhandlung setzt in einem Taxi ein, mit einem graubärtigen Herrn, der aufgeregt nach seiner Tochter Ausschau hält und deren Plan vereiteln will, sich in Männerkleidung in das für Frauen verbotene Stadion zu schmuggeln.

Wenig später wechselt


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