"Don't look!"

Kultur | Michael Pekler | aus FALTER 22/06 vom 31.05.2006

FILM Mit "United 93" und "The Road to Guantanamo" kommt die filmische Aufarbeitung von 9/11 dort an, wo das Trauma am tiefsten sitzt.

So was sieht man sonst nur im Kino. Im Gefolge der Anschläge auf das World Trade Center war immer wieder zu hören, dass und wie die Zerstörungsbilder des 11. September 2001 bereits in den Köpfen existierten, bevor sie tatsächlich auf allen Fernsehschirmen der Welt zu sehen waren. Die Wirklichkeit hätte nun die Fiktion der amerikanischen Populärkultur, zumal jener Hollywoods, eingeholt, lautete der Tenor.

"So was sieht man sonst nur im Kino." Dieser Satz fällt beinahe beiläufig, als vier junge Männer auf ihrer Reise durch Afghanistan im Herbst 2001 in Kandahar, der Hochburg der Taliban, vom Krieg überrascht oder wenigstens eingeholt werden. Amerikanische Kampfjets bombardieren die Stadt, und das Raketenfeuer im Dunkel der Nacht hat etwas Schaurig-Schönes. Doch im Gegensatz zu den Reaktionen auf die Anschläge von 9/11 fällt dieser Satz diesmal tatsächlich


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