Brot und Spiele

Politik | Peter Filzmaier | aus FALTER 23/06 vom 07.06.2006

WELTMEISTERSCHAFT Dient Fußball Regierungen zum Machterhalt? Bis heute leistet der Kampf um die Wuchtel von Argentinien bis Zypern einen großen Beitrag zur Bildung nationaler Identitäten.

Wenn 22 schwitzende Männer neunzig Minuten einem Ball nachlaufen, hat das mit Politik wenig zu tun. Doch sie tragen auf ihren Trikots ein Staatswappen und werden von bis zu 80.000 schreienden Menschen beobachtet, die sich fantasievoll in Nationalfarben kleiden. Von Millionen Besserwissern vor dem Fernsehbildschirm ganz zu schweigen. An sich ist im Zeitalter von Globalisierung und europäischer Integration der Wettbewerb von Nationalteams ein Anachronismus. Durch eine Fußball-WM werden jedoch 32 Länder auch emotional miteinander verknüpft. Was wäre andernfalls die Bezugsgröße von Deutschen, Ukrainern und Japanern? Allenfalls eine (kriegs-)belastete Vergangenheit.

Innerstaatlich stellen Identifikations-und Integrationseffekte einen zentralen Faktor dar. Die Mehrheit der ukrainischen Spieler lernte


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