Sinkende Hemmschwellen

Politik | Robert Misik | aus FALTER 23/06 vom 07.06.2006

IRAKKRIEG Ausgerastete Marines haben in Haditha offenbar das schwerste amerikanische Kriegsverbrechen seit Vietnam begangen. Eine Horrornachricht - pünktlich vor George W. Bushs Wien-Besuch.

Es sollte der große Höhepunkt der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft werden: Der EU-USA-Gipfel Ende dieses Monats in Wien. Mit dabei: der Präsident der USA, George W. Bush. Der Mann, in dem einige den Führer der freien Welt sehen. Aber noch nie war so umstritten wie diesmal, was der denn ist, der da kommt: Freund? Oder Feind? Einer, der die Werte der westlichen Zivilisation verteidigt? Oder einer, der sie mit Füßen tritt?

Sicher ist freilich eines: Den Organisatoren der Antikriegsdemonstration, die für den Tag des Bush-Besuches gerade vorbereitet wird, muss angesichts der Nachrichtenlage der vergangenen Woche um größeren Zulauf nicht bange sein. Die US-Armee scheint nun nicht mehr bloß als Interventionsstreitmacht, die im Irak immer tiefer in einen blutigen Krieg hineingezogen wurde


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