FERNSEHEN

Medien | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 23/06 vom 07.06.2006

Toll! Wir sind in die Vorstadt übersiedelt, man hat uns trotz widriger Umstände rechtzeitig Kabelfernsehen in die Wohnung gelegt, und jetzt können wir "The L Word" (Di, 22.15 Uhr, Pro7) sehen, die 1a-L.A.-Lesbo-Serie über die ja so viel geredet wurde, dass der ORF sie lieber doch nicht ins Programm nahm. Oder auf RTL die letzte "CSI"-Folge - von Quentin Tarantino, die der ORF überraschenderweise gar nicht aus dem Programm genommen hat, die wir aber trotzdem verpasst haben. Okay, Tarantinos "Jackie Brown" war besser. Und Pam Grier hatte dort auch ein bisschen mehr zu tun, als in "The L Word", wo sie eine der wenigen Frauen spielt, die nicht lesbisch sind oder Lesben total scharf finden. Aber Frau Grier war schon mal großartig. In der Serie selbst wird vielleicht eine Spur zu viel Sex betrieben (zwischen Frauen sowie zwischen Frauen und Männern) und zu wenig witzig dialogisiert, was womöglich auch daran liegt, dass die Zielgruppe Männer sind. Heteromänner. Schwule kommen nur als Väter vor. Mit ihren Kindern im Tragetuch. L.A. ist doch ganz anders als unsere Vorstadt.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige