Kommentar

Volksoper: Träume statt Überraschungen

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 23/06 vom 07.06.2006

Es hatte schon etwas Skurriles, als Kunststaatssekretär Franz Morak vergangene Woche bekannt gab, was sich ohnehin längst herumgesprochen hatte: Der Burgschauspieler und Nestroydarsteller Robert Meyer wird ab der Saison 2007/2008 dem vorzeitig aus dem Amt scheidenden Rudolf Berger als Volksoperndirektor nachfolgen. So war die größte Überraschung an dieser Pressekonferenz noch die beinahe schon Nestroy'sche Gewitztheit, mit der Meyer den Vorwurf vom Tisch wischte, über keinerlei Erfahrung als Leiter eines Hauses zu verfügen: "Irgendwann hat jeder Theaterdirektor noch nie ein Theater geleitet."

Stimmt. Es klärt aber nicht die Frage, was genau Meyer nun dafür prädestiniert, sein Direktorendebüt ausgerechnet an der dauergebeutelten Volksoper zu geben. Zur Erinnerung: Die Vorgaben, unter denen das Haus seit seiner Ausgliederung 1999 arbeiten muss, sind nichts weniger als eine Mission Impossible: Im Vergleich zu den beiden anderen Bundesbühnen Burgtheater und Staatsoper ist die Volksoper


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