STREIFENWEISE

Kultur | Maya Mckechneay, Drehli Robnik | aus FALTER 23/06 vom 07.06.2006

Die Abkürzung "D.E.B.S." steht in Angela Robinsons gleichnamiger Girlpower-Actionkomödie für eine weibliche Elitetruppe und deren Tugenden: Discipline. Energy. Beauty. Strength. Im wirklichen Leben eines (weiblichen) US-Teenagers ist DEB aber zunächst mal eine Bekleidungskette, die billige Fummel aus Kunstfasern verkauft, mit Schleifen, Spaghettiträgern und viel eingewobenem Glitzermaterial, Outfits für brave Promköniginnen und Schulhofschönheiten. Robinsons Film ist voll von solchen popkulturellen Anspielungen. Wenn sich eine D.E.B.S.-Agentin in ihre böse Gegenspielerin verliebt und sich hinter der Actionfassade eine romantische Komödie auftut, werden Gay-Party-Evergreens von Erasure oder New Order angespielt, deren verzweifelt-schönes Pathos zum slapstickhaften Ton des Films nicht passt - und so selbst wieder als Camp rezipierbar wird. Alles in allem jedenfalls ein sehr schön farbenprächtiges Verwirrspiel der falschen Gender-, Genre-und Popkulturfährten, das sich nicht allein


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