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Kultur | Joachim Schätz | aus FALTER 23/06 vom 07.06.2006

FILM Kino als Kloster, Stille als Spektakel: Philip Grönings gewaltiger Dokumentarfilm "Die große Stille" erzählt vom Leben in einem Kartäuserstift.

Seit einigen Wochen schon zieren Wien großflächige Plakate, die in einer Werbekampagne für "Die große Stille" gute Figur machen würden - oder auch in einem päpstlichen Feldzug zur sinnlichen Reevangelisierung Europas. Österreichs Klöster und Stifte werden dort in schwarzer Schrift auf weißem Grund als "offizieller Sponsor von Einkehr und Meditation" angepriesen.

Formale Schlichtheit und leise Innerlichkeit als Teil eines spirituellen Wohlfühlerlebnisses - das passt recht gut zur Besinnlichkeitsrhetorik, mit der "Die große Stille" derzeit in Pressetexten als filmgewordenes Exerzitium beworben wird: Über zweieinhalb Stunden Aufnahmen aus dem Alltag eines Schweigeordens - ohne Offkommentar, ohne Hintergrundmusik, ohne zusätzliche Beleuchtung. Stattdessen Video-und Super8-Bilder, die manchmal dunkel und grieselig sind bis an den


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