Komponist ohne Noten

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 23/06 vom 07.06.2006

FESTWOCHEN Jossi Wieler ist der lebende Beweis dafür, dass man auch als netter Mensch ein guter Regisseur sein kann. In Wien zeigt der Schweizer einen japanischen Gruselklassiker, den er in Tokio inszeniert hat.

Japanische Horrorfilme werden von Experten als besonders grausam und gruselig geschätzt. Das hat Tradition: Die Gewaltszenen in dem vor 180 Jahren geschriebenen Theaterstück "Yotsuya Kaidan" ("Gespenstergeschichte aus Yotsuya") können mit den Special Effects des zeitgenössischen Splatter-Kinos locker mithalten: Da werden Köpfe abgeschlagen, Gesichter durch Gift entstellt, Leichen an Türen genagelt oder von Ratten angeknabbert.

"Yotsuya Kaidan" von Tsuruya Namboku ist ein Klassiker des Kabuki, einer 400 Jahre alten Theaterform mit Tanz, Pantomime und Gesang, die sich im traditionsbewussten Japan noch heute großer Beliebtheit erfreut. Entsprechend heftig war der Kulturschock, als der Schweizer Regisseur Jossi Wieler vorigen Sommer am Theater X in Tokio "Yotsuya Kaidan" inszenierte.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige