Finale Pointe

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 23/06 vom 07.06.2006

JOCHEN HERDIECKERHOFF (1963-2006) Der leidenschaftliche Provokateur, Theatermann und Wahlwiener hat sich das Leben genommen.

Einmal ging Jochen Herdieckerhoff mit Taucherausrüstung (inklusive Flossen, Maske und Schnorchel!) ins Burgtheater. Gespielt wurde Elfriede Jelineks "Sportstück", und an diesem Abend hatte das Burgtheater eine Art Sportkostümwettbewerb ausgerufen. Den ersten Preis, ein Burgtheater-Abo, gewann natürlich Herdieckerhoff. Aber es wäre nicht Herdieckerhoff gewesen, wenn er an dem Abend nicht auch noch unangenehm aufgefallen wäre. "Nur, wenn ich mir keine Inszenierungen von Achim Benning und Karin Henkel ansehen muss!", motzte er bei der Siegerehrung, und den Damen und Herren aus der Burgtheaterdirektion schlief das Gesicht ein.

In dieser Anekdote aus dem März 1998 ist alles enthalten, was Jochen Herdieckerhoff ausmachte: Kreativität und Sportsgeist, Witz und gezielte Taktlosigkeit. So makaber es klingt, aber das alles gilt auch für seine letzte Aktion. Am 2. Juni,


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