Parteiskandale zudecken

Vorwort | Karl Schwarzenberg | aus FALTER 24/06 vom 14.06.2006

KOMMENTAR Steht Tschechien eine große Koalition ins Haus? Mögliche Nebeneffekte wären Postenschacher und Vertuschungen.

Das Wahlergebnis in der Tschechischen Republik fügt sich in die Reihe der Wahlresultate in den europäischen Ländern in letzter Zeit ein, wo zwei große Parteien immer knapp beieinander liegen - Deutschland, Ungarn usw. Allerdings hatte das Ergebnis in den böhmischen Ländern seine Charakteristika. Nachdem die sozialdemokratischen Regierungen vor acht Jahren mit dem Anspruch angetreten waren, Korruption und Raubritterkapitalismus der Neunzigerjahre, die im Zeichen der ODS standen, zu beenden, musste man leider feststellen, dass die tschechische Sozialdemokratie bald ähnliche Dekadenzzeichen aufwies. Die engen Verbindungen, die zugegebenermaßen höchst umstrittene Gestalten aus dem Wirtschaftsleben mit führenden Regierungspolitikern hatten, die langsam verschwindenden Grenzen zwischen korrumpierenden Unternehmen, mafiösen Verbindungen sowie Geheimdiensten erfüllten


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