Neugier und Wahrheit

Medien | Alfred Noll | aus FALTER 24/06 vom 14.06.2006

HUBERTUS CZERNIN (1956-2006) Von Waldheim bis Bloch-Bauer: Wie der intellektuelle Journalist Hubertus Czernin unser Bewusstsein von Österreich verändert hat.

Hubertus Czernin war ein intellektueller Journalist, er war also Intellektueller und er war Journalist. Einer Diagnose von Jürgen Habermas zufolge zeichnet den Intellektuellen ein gewisser "avantgardistischer Spürsinn für Relevanzen" aus: Der Intellektuelle "muss sich zu einem Zeitpunkt über kritische Entwicklungen aufregen können, wenn andere noch beim business as usual sind. Das erfordert", so Habermas weiter, "ganz unheroische Tugenden: eine argwöhnische Sensibilität für Versehrungen der normativen Infrastruktur des Gemeinwesens; die ängstliche Antizipation von Gefahren, die der mentalen Ausstattung der gemeinsamen politischen Lebensform drohen; den Sinn für das, was fehlt und ,anders sein könnte'; ein bisschen Fantasie für den Entwurf von Alternativen und ein wenig Mut zur Polarisierung, zur anstößigen Äußerung,


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