Beton im Bayou

Kultur | Daniela Strigl | aus FALTER 24/06 vom 14.06.2006

LITERATUR Mit seinem Roman "Das tote Haus" bewegt sich Peter Zimmermann eigenständig und weitgehend stilsicher im Thomas-Bernhard-Land.

Die Geschichte beginnt mit einer Urszene des Westerns: Der verlorene Sohn kehrt heim, wo man ihn in einer Mischung aus Angst und Hass erwartet. Hier sind es ein weißer Eingeborener und ein zugereister Neger, die in einem österreichischen Dorf einreiten, nein, einfahren. Bevor ein erschrockener Redakteur den Rotstift zückt: "der Neger", so nennt der Icherzähler durchwegs den schwarzen Protagonisten, der nicht nur keine Stimme hat, sondern auch keinen Namen. Die unbekümmerte Wortwahl lässt zunächst vermuten, die Geschichte sei in den Sechziger-oder Siebzigerjahren angesiedelt, sie spielt aber offenbar gar nicht in so gegenwartsfernen Zeiten: Zwanzig Jahre ist es her, dass der Erzähler nach Amerika aufgebrochen ist, damals, als er wegging, hörte man Platten von André Heller.

Das Muster des Westerns - der Weggang des Helden hatte etwas mit einem Verbrechen


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