Orangegelb gegen Hellblau

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 24/06 vom 14.06.2006

FILM "Abouna", der dritte je im Tschad gedrehte Spielfilm, balanciert zwischen Spiel und Tragödie und beschert uns berauschende Kamerafahrten.

Papa lässt sich nicht blicken. Dabei ist heute Samstag, da soll er beim Kicken den Schiedsrichter machen. Tahir und Amin, seine zwei Buben, müssen den Spott ihrer Freunde über sich ergehen lassen. Auf den ist ja nie Verlass, schimpfen sie und gehen ohne die beiden auf den Fußballplatz.

So beginnt "Abouna" (deutsch: "Der Vater") von Mahamet-Saleh Haroun. Es ist der zweite Spielfilm des 1961 geborenen Regisseurs und zudem erst der dritte, der je im Tschad gedreht wurde. Im ganzen Land, so Haroun, gibt es nur ein einziges Kino, und zwar das im französischen Kulturzentrum. Dort spielt auch eine der wichtigsten Szenen seines Films. Tahir und Amin sind den ganzen Tag herumgelaufen. Ermüdet landen sie abends im Kino und glauben, auf der Leinwand ihren Vater entdeckt zu haben. Truffauts kleiner Antoine Doinel klaute einst nur Aushangbilder; die Brüder


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige