STREIFENWEISE

Kultur | Michael Pekler, Michael Omasta | aus FALTER 24/06 vom 14.06.2006

Mit den Ingredienzien Fernsehen, US-Präsident und Komödie sollte sorgsam umgegangen werden. Da zählen jedes Wort und jeder Witz doppelt, und um daraus eine wirklich gute Satire zu mischen, bedarf es schon eines wirklich guten Regisseurs. Paul Weitz hat sich mit "In Good Company" als solcher anempfohlen; mit "American Dreamz" kann er seine Stellung als einer der im Moment scharfsinnigsten Beobachter amerikanischer Klassen-und Abhängigkeitsverhältnisse zweifellos festigen. Die berühmteste Castingshow des Landes für angehende Popstars unter der Leitung des abgebrühten Moderators Martin "Tweedy" Tweed (Hugh Grant) ist mehr als ein Kabinett der Eitelkeiten. Es ist der Tummelplatz für blonde Landpomeranzen aus dem mittleren Westen, islamische Immigranten als Terroristen wider Willen, Kriegsheimkehrer mit Liebestrauma und einen öffentlichkeitsscheuen Präsidenten (Dennis Quaid), der von seinem Berater als Juror ins Bad in der Menge gestoßen wird. Weitz macht sich richtigerweise gar

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