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Kultur | C. Wurmdobler / P. Fuchs | aus FALTER 24/06 vom 14.06.2006

In der Scala treibt "Doktor Petiot" (bis 1.7.) sein Unwesen. Das Theater zum Fürchten macht seinem Namen alle Ehre und bringt ein gruseliges Stück auf die Bühne, das auf wahren Begebenheiten beruht. Paris, zur Zeit der Nazi-Besatzung. Marcel Petiot, Arzt und Patriot, bietet wohlhabenden Juden gegen ihr Vermögen Fluchthilfe an, bringt sie dann aber um und verbrennt ihre Körper im Heizkeller seines Hauses. Nach Kriegsende wird der private Holocaust aufgedeckt und der Doktor hingerichtet. Autor und Regisseur Bruno Max hat den harten Stoff in eine flotte, filmische Dramaturgie gebracht, und wenn, sagen wir mal, Claude Chabrol einen Film daraus gemacht hätte, wär's so richtig schaurig geworden. In der Scala hingegen hat man sich wieder einmal etwas übernommen, macht einen auf good old Stadttheater, liefert sich Material-und Personalschlachten (zwölf Schauspieler in 33 Rollen!) und vergisst vor lauter Spezialeffekten auf die Psychologie der handelnden Figuren. Trotzdem ein nicht unspannender


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