Mein Gott, wie bigott

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 24/06 vom 14.06.2006

MUSIKTHEATER Arnold Schönbergs "Moses und Aron" ist wieder im Repertoire der Staatsoper.

Arnold Schönbergs "Moses und Aron" mag kein Meilenstein der Operngeschichte sein, ins Repertoire der Wiener Staatsoper gehört das unvollendete, aber abendfüllende Stück allemal: als zentrales Beispiel für die Tauglichkeit der Zwölftontechnik zum Großformat, als historisch interessantes Bekenntniswerk des zum Judentum zurückgekehrten Komponisten - und nicht zuletzt als über weite Strecken musikalisch packendes Drama.

Nach Längerem ist "Moses und Aron" in einer Neuproduktion wieder an der Staatsoper zu sehen. Reto Nickler hat von dem bei Probenbeginn erkrankten Willy Decker die Inszenierung übernommen, und vielleicht trifft ihn deshalb auch nicht die volle Schuld an der eindimensionalen und naiven Darstellung dieser von Schönberg auf einen zentralen Konflikt konzentrierten alttestamentarischen Erzählung: Wo sich Schönberg - als Komponist in expressiver Formstrenge und, weniger glücklich,


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