Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 24/06 vom 14.06.2006

SEX

Der Schrei Da gibt es einen, der hatte seit über einem Jahr keinen Sex mehr, obwohl gutaussehend, gesellig, wohlhabend und sogar undepressiv. Aber er war schon in der Sandkiste zu schüchtern, um sich Plastikschaufeln zu erobern, was ihm wenige fertige Sandburgen eingebracht hat. Mit Ende dreißig wird also noch zu den Interessentinnen gefahren, um DVD zu schauen. Dort wird dann aber auch wirklich DVD geschaut und dann heimgefahren, meist mit einem lästigen Portfolio an mörderuninteressanten Beziehungskamellen der Holden im Gepäck. Diesen Abenden gehen etwa hundert Beratungstelefonate mit mir voraus. So auch kürzlich. Ich gab ihm diesmal den Hinweis, es doch bitte, bitte, bitte einfach mit Geschlechtsverkehr zu versuchen. Das würde die Tatsache, so lange keinen Sex mehr gehabt zu haben, drastisch verändern. "Okay!", wurde gebrüllt. "Und wenn ich sie packe, dann, also dann ... schreit's!" Ich war begeistert. Was für ein Durchbruch! Was für ein überwältigendes Zutagetreten des Inner-Himself! Gerührt legte ich auf. Update: Es wurde nicht geschrien. Aber "Universum" war interessant, und die DVD konnte sogar noch in derselben Nacht in die Videothek gebracht werden. HEIDI LIST

Fussball

Fußballfreie Zeit (Korrektur) Ein Leser hat mich freundlich darauf aufmerksam gemacht, dass die vorwöchige Fußballkolumne nicht ganz korrekt war. Ich hatte behauptet, in den kommenden vier Wochen gäbe es außerhalb der WM keine Bewerbsspiele. Das war etwas übertrieben, denn in den unteren Gefilden des Fußballs wird sehr wohl noch um Punkte gespielt: Der SC Litschau etwa trägt am kommenden Sonntag das letzte Meisterschaftsheimspiel gegen Furth aus (Gebietsliga Nordwest Waldviertel), und in der Wiener Stadtliga stehen sogar noch zwei Runden aus. Irgendwie logisch: Wen interessiert das WM-Gekicke in Deutschland, wenn man live Ankerbrot gegen Rennweg sehen kann? WOLFGANG KRALICEK


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