Literaturorgien

Stadtleben | Wolfgang Paterno | aus FALTER 24/06 vom 14.06.2006

STADTMENSCH Seit 25 Jahren versorgt Elisabeth Zobel die Stadt mit englischsprachiger Literatur. Nun gibt sie Shakespeare & Company weiter.

Kürzlich wurde Elisabeth Zobel während eines scheinbar hundsgewöhnlichen Arbeitstages von kaltem Entsetzen gepackt. Sie stand im Shakespeare & Company, der Buchwunderkammer im tumultösen Bermudadreieck. Ein Kunde, ein Tourist aus Indien, betrat den Laden und erkundigte sich wissbegierig nach dem Wie und Wann. Vor 25 Jahren habe sie die Buchhandlung eröffnet, gab Zobel zur Antwort. "A quarter of a century", staunte der Inder. Ein Vierteljahrhundert!, erschrak Zobel, und dann schoss ihr ein Gedanke ein: "Jetzt muss was Neues her."

Am 2. Februar 1982, zum hundertsten Geburtstag von James Joyce, eröffnete sie Shakespeare & Company - der Name ist Programm und zugleich Hommage an das originale, 1919 in Paris von Sylvia Beach, der "Ulysses"-Erstherausgeberin, gegründete Shakespeare & Company. Viele Jahre war die Buchhandlung der einzige Nahversorger in


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