Hoffen auf die Regenwürmer

Steiermark Stadtleben | Donja Noormofidi | aus FALTER 24/06 vom 14.06.2006

BADEN Das Ragnitzbad ist das letzte privat geführte Freibad der Stadt, seine Betreiber schwimmen vor allem finanziell. Warum sie trotzdem nicht untergehen und sich auch den Sommer nicht schlechtreden lassen.

Immer in Kriegs-und Nachkriegszeiten erlebte das Ragnitzbad im Osten von Graz seine Höhepunkte: nach dem Zweiten Weltkrieg etwa, weil die Leute kein Geld hatten, auf Urlaub zu fahren. Und während des Jugoslawienkriegs, weil Kroatien und Griechenland als Urlaubsziele wegfielen. Bis zu 800 Leute drängten sich damals um den Beckenrand, erinnert sich Titan Honner. Die Augen des Ragnitzbad-Chefs leuchten, wenn er von den goldenen Zeiten spricht. Die Kasse klingelte, die Sommer nahmen kein Ende, und mehrere Badegäste teilten sich eine der hundert Kabinen. Die Zeiten haben sich geändert: In den letzten Jahren blieben Österreich und der näheren Umgebung Kriege erspart, die Einkünfte gingen zurück, und die Badegäste ziehen sich mittlerweile in aller Öffentlichkeit auf der Liegewiese


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