Welcome, Mr. President!

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 25/06 vom 21.06.2006

Ausland Die Supermacht ist nachdenklich geworden. Geläutert tritt George W. Bush vor die europäische Öffentlichkeit in Wien.

Für konfliktscheue Bürger und ordnungsfixierte Politiker mag es unerhört klingen: Aber bei näherem Hinsehen haben die zahlreichen Demonstrationen, mit denen der amerikanische Präsident weltweit empfangen wird, nicht wenig bewirkt. Paradoxerweise profitiert Amerika von der durch die öffentliche Meinung erzwungenen Kurskorrektur an der Spitze genauso wie der Rest der Welt. Dabei hat es zuerst gar nicht so ausgesehen. Trotz Massenprotesten diesseits und jenseits des Atlantiks begann die Irakinvasion vor drei Jahren so wie vom US-Generalstab geplant. Auch der hartnäckige Widerstand amerikanischer Kriegsgegner konnte keinen Rückzug der Besatzer erzwingen. Trotzdem ist es ein geläuterter George Bush, der diese Woche in Wien der skeptischen Europäischen Union seine Aufwartung macht. Vorbei sind die Zeiten der martialischen "Mission accomplished"-Proklamationen.


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