Die arrogante Weltmacht

Robert Misik | Politik | aus FALTER 25/06 vom 21.06.2006

BUSH IN WIEN George W. Bushs außenpolitische Fehler sind nicht einfach Fehler, die so passieren. Es sind Fehler, die typisch sind für eine Regierung, die über das gesunde Maß hinaus von der Richtigkeit ihrer Mission überzeugt ist.

Als der chinesische Premierminister Tschu En-Lai in den Siebzigerjahren gefragt wurde, wie er denn die Französische Revolution so einschätze - damals immerhin auch schon 190 Jahre vorbei -, antwortete der Mao-Vertraute: "Es ist zu früh, das zu beurteilen."

Dieser gelassene Blick, diese Art von Geduld mit der Geschichte, ist üblicherweise ja auch den professionellen Historikern eigen. Eine Umfrage, die unlängst unter 415 führenden Geschichtswissenschaftlern der USA durchgeführt wurde, hat dennoch ziemlich eindeutige Resultate. Gefragt, ob George W. Bushs Präsidentschaft eher ein Erfolg oder ein Misserfolg wäre, antworteten 338 Fachhistoriker - also 81 Prozent -, sie sei ein Misserfolg, nur 77 - also 19 Prozent - nannten sie einen Erfolg. Wobei unter

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