Kommentar

Burgtheater: Der logische Direktor

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 25/06 vom 21.06.2006

Der Burgtheaterdirektor heißt ab 2009 Matthias Hartmann. Die Kolleginnen und Kollegen von den Tageszeitungen sind sich nicht ganz einig, ob man das nun gut oder schlecht finden soll. "Mit Hartmanns Bestellung ist Morak nahe an einem Coup", jubelt Kurier-Kulturchef Gert Korentschnig. Norbert Mayer hingegen, Leiter des Presse-Feuilletons, sieht in der Entscheidung für den "braven" Hartmann und gegen "widerborstige Theaterleute" ein weiteres Indiz für eine Verschwörung der Theaterreaktionäre. Staatssekretär Morak, Staatsoperndirektor Holender, der designierte Volksoperndirektor Robert Meyer und Hartmann hätten eines gemeinsam: den "Hass auf das Regietheater".

Beides ist leider falsch. Zunächst hat Moraks Entscheidung mit einem "Coup" ungefähr so viel zu tun wie Österreich mit der Fußballweltmeisterschaft. Als Coup bezeichnet man eine ebenso geglückte wie überraschende Handlung, und zumindest von Überraschung kann hier nun wirklich keine Rede sein: Hartmann wurde seit Monaten als


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