Hingehen, wo's weh tut

Kultur | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 25/06 vom 21.06.2006

NOCH ZU ENTDECKEN Der erfahrungshungrige William T. Vollmann hielt sich jahrelang im Rotlichtmilieu und in Kriegsgebieten auf und gilt heute als ambitioniertester Romancier seiner Generation.

Auf den ersten Blick könnte man den US-Schriftsteller William T. Vollmann für einen neuen American Psycho halten, so fixiert ist er auf die düstere Seite der menschlichen Existenz: Gewalt, Prostitution und Drogen sind die Hauptthemen fast aller seiner Bücher. Nur: Wo bei Kollegen wie Bret Easton Ellis Gewalt symptomatisch für die Leere einer Generation steht, sucht Vollmann nach Gründen und zeigt Sympathie für die Gefallenen.

"Ihr Stolz bestand erstens darin, dass sie fast jeden Schwanz hart kriegen konnte", heißt es in dem Roman "Huren für Gloria", "und zweitens, dass, wenn sie von Männern gefickt wurde, sie völlig still liegen und ihre Gedanken an andere Orte schweifen lassen konnte, sodass das Rasseln des trunkenen Atems vor ihrem Gesicht ihr gar nichts mehr ausmachte, jedenfalls nicht


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