EMPFOHLEN

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 25/06 vom 21.06.2006

Aus gegebenem Anlass wird die Rubrik "Aufgeblättert" einmalig durch einige persönliche Empfehlungen bereits besprochener Bücher ersetzt, die erneut ans Herz der Leser zu legen der Literaturredakteur nicht lassen kann. Bereits vor einem Jahr hat der Zürcher Dörlemann Verlag den wunderbaren und todtraurigen Trinkerroman "Hangover Square" erstmals in deutscher Übersetzung herausgebracht und damit dem britischen Autor Patrick Hamilton (1904-1962) zu verdientem Nachruhm verholfen. Der nun nachgeschobene, 1947 im englischen Original erschienene Roman "Sklaven der Einsamkeit" steht seinem Vorgänger in nichts nach. Er schildert die Zeiten des Blitz in der englischen Provinz, wo sich in trüber Routine im Rosamund-Tearoom ein wahres Inferno an sozialen und amourösen Kleinkriegen entspinnt. Hamilton ist ein gnaden-, aber keineswegs mitleidloser Beobachter, der auch noch peripheren Figuren große Auftritte zugesteht: Die Beschreibung von Miss Steele auf Seite 30ff. etwa sei allen anthropologisierenden


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