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Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 25/06 vom 21.06.2006

Hin und wieder leistet sich das Burgtheater den Luxus, einfach nur Komödie zu spielen. Voriges Jahr gab's im Akademietheater Elfriede Jelineks Oscar-Wilde-Bearbeitung "Ernst ist das Leben", jetzt hatte dort kurz vor Saisonschluss "Arsen und Spitzenhäubchen" Premiere. Joseph Kesselrings schwarze Komödie war in den Vierzigerjahren ein Broadwayhit; Frank Capras Verfilmung (1944) ist heute noch so populär, dass es für eine Neuinterpretation schon viel Mut braucht. Oder ein Ensemble wie das Burgtheater: Die beiden reizenden alten Damen, deren Hobby die aktive Sterbehilfe durch vergifteten Holunderwein ist, werden von Kirsten Dene und Libgart Schwarz so grandios gluckenhaft beziehungsweise herrlich verhuscht gespielt, dass die Filmtanten dagegen geradezu harmlos erscheinen; auch Michael Maertens in der Hauptrolle muss den Vergleich mit dem großen Cary Grant nicht scheuen. Im Gegenteil: Der griesgrämige Nerd, den der unter anderem mit einem gigantischen Brusthaartoupet verunzierte Maertens


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