Endlich unverklemmt!

Vorwort | Robert Misik | aus FALTER 26/06 vom 28.06.2006

FUSSBALL-WM Die Deutschen wundern sich, dass sie plötzlich zum coolen Partypatriotismus fähig sind.

Im fernen China kommen sie kaum mehr mit dem Nähen nach: Eine halbe Million Deutschlandflaggen wurden in den vergangenen Wochen in Deutschland verkauft. Eine schöne "Globalisierungspointe" nennt das FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher: Da wird in Asien geschneidert, was dann zwischen Berlin, Hamburg, Leipzig und Dortmund den Bildhintergrund zur "Deutschland-Party" (Der Spiegel) liefert. Drei Wochen ist die "Gute-Laune-WM" (Gunter Hofmann in der Zeit) alt, und ganz Deutschland wundert sich, dass die Deutschen plötzlich ganz entspannt und unaggressiv "für Deutschland" sein können. Resultat: eine neue Patriotismusdebatte. Patrioten, das sind plötzlich nicht mehr rotgesichtige Männer mit Bierdose in der Hand, feuchten Flecken im Schritt und "Deutschland, Deutschland über alles" auf den Lippen, sondern schwarz-rot-golden gefärbte Irokesenträger und süße Teens mit den Nationalfarben


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