Kommentar

Bachmann-Wettbewerb: Bitte um Ruhe!

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 26/06 vom 28.06.2006

Eine Jurykollegin hatte dieses Jahr eine witzige Begegnung mit einem Klagenfurter. Nachdem sie sich als Jurorin des Bachmann-Wettbewerbs geoutet hatte, meinte der Mann, er habe die Veranstaltung nur einmal gesehen, nämlich als sich dieser Schweizer mit dem Rasiermesser in die Stirn geschnitten habe. Was bleibt, sind die Skandale, die hier in trügerischer Erinnerung zu einem einzigen Ereignis fusioniert wurden, denn der "Babyficker"-Auftritt des Schweizers Urs Allemann kam erst acht Jahre nach Rainald Goetz' Selbstverletzungsaktion.

Die medialen Inszenierungen überwuchern das zarte Pflänzchen Literatur - das haben die Kulturpessimisten, die von Vernichtungsfantasien gepeinigt werden, sobald Literatur in andere Verhältnisse als die monogame Ehe zwischen Buch und Leser gerät, immer schon gewusst.

Über den Bachmannpreis ist schon alles gesagt worden, vermutlich auch, dass schon alles gesagt worden ist. Es ist alles gesagt, nur noch nicht von allen, wie 3sat-Chef Wolfgang Lorenz bei der


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