Mit Jamben und Granaten

Kultur | Joachim Schätz | aus FALTER 26/06 vom 28.06.2006

FILM Sally Potters Versmaßmelodram "Yes" und Thomas Vinterbergs Waffennarrengroteske "Dear Wendy" verhandeln aktuelle politische Themen in verfremdeter Form.

Wie soll man im Kino von politischen und sozialen Problemen erzählen, ohne gleich einen Problemfilm draus zu machen? Zwei aktuelle Kinoneustarts meiden das Didaktische, misstrauen aber auch dem Eindruck des Unmittelbaren, Dokumentarischen, um den sich gegenwärtig so unterschiedliche Arbeiten wie "The Road to Guantanamo" und "Syriana" bemühen. Stattdessen versuchen beide, der Gegenwart mit betont artifiziellen Stilmitteln zu Leibe zu rücken.

Die Protagonistin von "Yes" ist beispielsweise so dicht mit diversen sozialen Spannungen vollgekritzelt, dass es nicht weiter verwundert, wenn sie im Nachspann einfach nur kryptisch-symbolisch als "she" bezeichnet wird: "Sie" (Joan Allen) ist Wissenschaftlerin in der Zellforschung, wo sie für einen Konzern nach der biologischen Definition von Leben forscht. Außerdem ist "sie" frustriert verheiratet


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