AUFGEBLÄTTERT

Kultur | Klaus Taschwer | aus FALTER 26/06 vom 28.06.2006

Es sind nur zwei Dinge schlecht am Alter: Das eine ist, dass das Gedächtnis verloren geht, und das zweite habe ich vergessen." Auf Eric R. Kandel trifft das Seniorenbonmot ganz und gar nicht zu, auch wenn sich der Neurobiologe theoretisch längst im pensionsfähigen Alter befindet. Praktisch leitet der 76-jährige Medizinnobelpreisträger weiterhin sein eigenes kleines Forschungszentrum an der Columbia University und ist der wahrscheinlich führende Gedächtnisforscher der Gegenwart. Seit kurzem gibt es noch einen weiteren Beweis für Kandels besondere Erinnerungs(forschungs)leistungen: seine in jeder Hinsicht beeindruckende Autobiografie "Auf der Suche nach dem Gedächtnis", in der er sich nicht nur ausführlich mit seinem wissenschaftlichen Werdegang beschäftigt, sondern in schonungsloser Detailgenauigkeit auch mit seiner Vertreibung aus Wien 1939 - und en passant die Geschichte der Hirnforschung rekapituliert. Sein deutscher Verlag ist dabei einerseits zu loben, weil er die Übersetzung


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