"Niedrige Reizschwelle"

Steiermark Kultur | aus FALTER 26/06 vom 28.06.2006

SICHERHEIT Der Verwaltungssenat wirft der Polizei vor, einen Afrikaner erniedrigt zu haben. Nicht zum ersten Mal gibt es Kritik, aber keine Folgen. DONJA NOORMOFIDI

Am 25. Mai 2005 war der heute 23-jährige O. gerade auf dem Weg zu einer Gedenkfeier für Bob Marley, als drei Beamte der Kriminalpolizei ihn anhielten und seinen Ausweis verlangten. Weil O. keinen dabeihatte und flüchten wollte, drückten die Beamten den Mann aus Ghana zu Boden und zogen ihn an den Haaren in die Höhe, als er nicht aufhörte zu strampeln. "Rechtswidrig", urteilte nun Erich Kundegraber vom Unabhängigen Verwaltungssenat (UVS). Es sei ein Verstoß gegen die Menschenrechte und erniedrigend, eine Person, die bereits auf dem Boden liege, an den Haaren hochzuziehen.

"Rechtswidrig", lautete das UVS-Urteil auch, was Drogentest und Mundhöhlenabstrich betrifft, die später an O. durchgeführt wurden. "Das macht man nur mit Schwerverbrechern, O. hat sich aber noch nie etwas zuschulden kommen lassen", sagt Kundegraber.


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