VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 27/06 vom 05.07.2006

Lassen wir für diesmal die Waldheimiaden. Es gab 1986 auch anderes, und nicht nur Tschernobyl. Es gab die Beilage "wie es isst", vierfarbig auf schwerem Papier gedruckt, dem Falter beiliegend. Unter Leitung von Andreas Oberndorfer versuchten hier ein paar Genussguerillas, mit dem härenen Strickpulloverimage des Falter aufzuräumen. Hans Bernert, Presse-Kritiker in Ruhe, setzte das Falter-Publikum davon in Kenntnis, dass die Stimmung (und damit die Leistung des Küchenchefs) im Palais Schwarzenberg drastisch gestiegen sei, seit dort der Direktor endlich gefeuert wurde.

Daneben fanden sich Kurznachrichten wie die folgende: "Antrag an die Vollversammlung der AK Wien am 14.4.86: ,Der Versuch, das südafrikanische Apartheidregime mit allen Mitteln aufrechtzuerhalten, kostet täglich Opfer und verlängert das Leid, die Ausbeutung, Unterdrückung und Entwürdigung von Millionen. Solidarität ist notwendiger denn je. Österreich ist leider kein Vorbild in der Solidaritätsbewegung, und ein besonders dunkler Fleck in dieser Hinsicht sind die Beziehungen des Konsum Österreich zu Südafrika. Trotz wachsender Proteste verkauft Konsum Österreich weiter südafrikanische Waren (...).'" Dabei handle es sich vor allem um Obst und Dosenfrüchte (Outspan, Del Monte), erklärte die Redaktion. Ein solides österreichweites Gastgartenservice und ein Rezept eines Haubenkochs komplettierten das Heft. Auf der Rückseite warb übrigens Eis-Tichy mit einer Karikatur des Bürgermeisters Helmut Zilk. A.T.


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