Klassenkampf-Comeback

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 27/06 vom 05.07.2006

AUSLAND Ob in Österreich oder den USA: Trotz Bawag und anderer Krisen haben Gewerkschaften neue Chancen. ,

In New York polarisiert niemand so sehr wie Roger Toussaint. Rupert Murdochs New York Post beschimpft den charismatischen Organisator als "Schwachsinnigen" ("moron") oder "Trottel" ("jerk"). Staatsanwaltschaft und Polizei müssen sich von dem rechten Kampfblatt regelmäßig vorwerfen lassen, dass sie den Mann mit Glaceehandschuhen anfassen. Dagegen gehen seine Anhänger mit ihm durch dick und dünn. Als Toussaint im vergangenen April in Brooklyn zu einer zehntägigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde, marschierten Tausende vor dem Gerichtsgebäude auf.

Roger Toussaint ist ein Gewerkschaftsführer neuen Typs. Der Chef des 35.000 Mitglieder starken Local 100 der Transportarbeitergewerkschaft TWU hat im Dezember 2005 durch einen Streik der U-Bahnen die Stadt New York für drei Tage lahm gelegt. Es war der erste Transportarbeiterstreik in der Siebenmillionenmetropole seit einem Vierteljahrhundert.


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