Lust am Verlieren

Anton Pelinka | Vorwort | aus FALTER 27/06 vom 05.07.2006

KOMMENTAR Für die SPÖ gilt: Nur wer an die eigene Niederlage glaubt, hat schon verloren.

Alles schon gelaufen? Der große Stratege Wolfgang Schüssel, hat er sich schon vier weitere Jahre das Kanzleramt gesichert? Wozu also kämpfen, wenn das Resultat ohnehin schon feststeht?

Solche Kommentare hört man von der Basis und den Funktionären der SPÖ. Die Sozialdemokratie gibt sich zynisch-resigniert. Alfred Gusenbauer wird abgeschrieben. Und Schüssels Fähigkeit mit masochistischer Lust angehimmelt.

Apropos großer Stratege: Schüssels Geschichte ist ja nicht gerade die von ungebrochenen Wahltriumphen. 1995 brach er vorzeitige Neuwahlen vom Zaun - und wurde von Vranitzky vorgeführt. 1999 fuhr er für seine Partei das schlechteste Ergebnis aller Zeiten ein. Erst 2002 zeigte Schüssel, dass er auch Wahlen zu gewinnen versteht.

Alles in allem gibt es also keinen Grund, Schüssel als den großen Zampano zu sehen, gegen den alles schon verloren ist. Aber die SPÖ braucht das Bild vom übermächtigen

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