Das Dorf der Wächter

Matthias G. Bernold | Politik | aus FALTER 27/06 vom 05.07.2006

STRAFVOLLZUG Was geschieht mit dem nigerianischen Drogendealer, der in Österreich eine Freiheitsstrafe ausfasst? Er kommt nach Suben im Innviertel. Und wird dort geliebt.

Obi fehlt ein Schneidezahn, aber er ist gut drauf, lacht von einem Ohr zum anderen. Denn nächste Woche kommt er frei. Zusammen mit seinem Kumpel Balde will er unbedingt aufs Erinnerungsfoto. Zwei Finger zum Rappergruß weggestreckt - das ist cool, der andere Arm liegt über Baldes Schulter. "Im Falter dürfen Sie das Foto aber nicht drucken", mahnt Major Gerd Katzelberger, der durch das Gefängnis führt, "weil die Gesichter zu erkennen sind." Er werde aber das Bild an die beiden weiterleiten. Obi und Balde stammen aus Ostafrika. Weil sie in Wien in großem Rahmen Handel mit Drogen trieben, wurden sie zu mehreren Jahren Haft verknackt. Jetzt fädeln sie für den VW-Konzern Drähte in Kontrollleuchten.

Wie Obi und Balde sind knapp 300 Gefangene in der Justizanstalt Suben, einem ehemaligen Stift, untergebracht, siebzig Prozent

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